Brünnelistock (Innerthal, Schwyz). Oben: Schrattenkalk, Mitte: die Drusbergschichten, Wechsellagerung von Kalk- und Mergelablagerungen. Die scheinbare periodische Variation ist vielleicht bestimmt durch zyklische Variationen im Kalkgehalt. Als möglicher “Motor” dieser Variationen kommen die Milankovic-Zyklen (Änderung der Exzentrizität /Variation des Radius der Erdumlaufbahn um die Sonne) mit einem Zyklus von ca. 110′000 Jahren in Frage.
Verstehen geht Hand-in-Hand mit Erfahrung: Klimawandel, Kalksteine und die Drusbergschichten
Oder: Wie hängt CO2 mit der Klimaerwärmung zusammen und was hat dies mit den helvetischen Alpen zu tun?
- Ziel: Folgendes besser zu verstehen:
- Kalksteine und die Kohlenstoff(C)/CO2-Regelkreise
- Klima und die Milankovic-Zyklen
- Das helvetische Meeressediment und die Entwicklung des Tethys
- Die helvetische Decken - Tektonik
- Datum der nächste Exkursion: Siehe Seite “Überlick”
- Start/Anfahrt: Bahnhof Luzern / Bahnhof Littau
- Exkursionsart: Bei gutem Wetter (Variante A): kurzer aber steiler Ab- und dann wieder Aufstieg an der Nordwestseite des Pilatus. Schlechtwetter (Variante B): kurze Wanderung durch die Bettis-Schlucht (Rotzloch) und Besuch verschiedener Aufschlusse rund den Alpnacher-See
- Ende / Rückfahrt: Bahnhof Luzern / Bahnhof Littau
- Dauer: 10:00 bis 18:00 Uhr
- Route: Variante A: Luzern-Kriens-Pilatus-Alpnachstad-Luzern. Variante B: Littau-Rotzloch-Stans-Littau
- Stratigraphie: Schrattenkalk, Drusbergschichten, Altmann-Schichten, Kieselkalk - obere Kreide
- Tektonik: Entstehung der Alpen, Deckenüberschiebung
- Hydrogeologie: Pilatus und Wildbäche
- Diverses: Bei gutem Wetter geniesst man eine extrem schöne Aussicht!
- Verpflegung: Aus dem Rucksack
- Kosten: Fr. 45.–. Für Variante A muss die Pilatusbahn extra bezahlt werden (mit Halbtax Abo Fr. 29.–, ohne Halbtax Fr. 58.–)
- Ausrüstung: Gute Schuhe, wetterentsprechende Kleidung, Sonnenschutz, Picknick
- Karten: Geol. Atlas 1:25 000 Luzern (Atlasblatt 28) J. Kopp, 1962
- Literatur: Kopp J: Erläuterung zur Geol. Atlas 1:25 000 Luzern (Atlasblatt 28), 1962
- Anmeldung: Hier klicken!
- Noch Fragen? Telefon 079 285 62 42.
details link
Details:
Variante A: Gut-Wetter-Programm ( Pilatus-Kulm):
Wenn das Wetter 100% trocken ist, gehen wir hoch zum Pilatus. (Zum aktuellen Wetter auf der Pilatus gibt es eine Webcam: http://pilatus.ch/webcam/default-n102-sD.html. So sehen wir genau wie es dort oben ist. (Ansonsten siehe Anhang unten!) Von dem Kulm haben wir eine sehr schöne Aussicht, und die ganze Serie von den helvetischen Meeressedimenten (obere Kreide) ist hier wunderprächtig aufgeschlossen. Dabei müssen wir von der Pilatus-Kulm ca. 200m hinuntersteigen (Richtung Fräkmuntegg). Aber wir gehen nicht weiter hinunter sonder steigen wieder hinauf. Ich gebe die Erklärungen beim hinauflaufen (d.h. wir gehen von älteren zu jüngeren Schichten, mit der Zeitachse mit). Leider sind die Panorama-Gondelbahn Kriens-Fräkmunt und die Luftseilbahn Fräkmuntegg-Pilatus an diesen Sonntag in Revision. Wir gehen deshalb mit der Zahnradbahn von Alpnachstad hoch und wieder zurück.
Treffpunkt: Bahnhof Luzern spätestens am 10:00 Uhr vor dem Kiosk beim Bahngleis 6!
Abfahrt SBB: Luzern - 10:07 - Alpnachstad 10:27
Abfahrt Zahnradbahn: Alpnachstad 10:50 - Pilatus Kulm 11:20
Stratigraphie (bei der Variante A ist den Schwerpunkt die Entwicklung des Ur-Mittelmeers (Tethys) anhand der helvetischen Kalksteine). Für Foto, siehe http://royfreeman.ch/2007/klima-drusberg01/
Link zum Pilatus-Geologie: http://www.pilatus.ch/content-n79-sD.html#top
Programm: zum Ankommen (auf 2132 m. ü.M.) trinken wir zuerst einen Kaffee im Panorama Restaurant. Dort gibts eine theoretische Einführung in den CO2-Zyklus, Kalksteine und Milankovitch-Zyklen und die Plattform-Entwicklung der Kreide-Meeressedimente. Dann gehen wir Richtung Pilatus Kulm durch die fossilreichen unteren Orbitolinen-Schichten (unterstes Aptian). Dann tauchen wir in den „Drachenweg“ ein, das sind Tunnel (Galerien mit Drachengeschichten!) im unteren Schrattenkalk (oberes Barremian). Nach einem kurzen Aufstieg (Metaltreppen) kommen wir zu unseren Hauptaufschlüssen und dem Abstieg. Dieser fängt zuoberst in den mergeligen Drusberg-Schichten an (oberes Barremian), die lokal reich in Austern sind. Sie liegen über den glaukonitreichen Altmann-Schichten, die etwa 5 m mächtig sind. Diese Schichten umfassen den Zeitraum oberstes Hauterive und unteres Barreme. Darunter folgen der obere Kieselkalk (zuoberst grobgebankt, Crinoidenreich), ein dünnes Band aus Glaukonitsandstein (Lidernen-Schichten) und der untere Kieselkalk (alles Hauterivian). Darunter wiederum ein dünnes Glaukonitband, die Gemsmättli-Schicht, mit Ammoniten aus dem untersten Hauterive und oberen Valanginian, und noch weiter unten schlussendlich die feinkörnigen Crinoidkalke der Betlis Formation. (Nach Föllmi K et al: Unlocking paleo-environmental information from Early Cretaceous shelf sediments in the Helvetic Alps: stratigraphy is the key! Swiss j. geosci. 100 (2007). Kopien wird an alle Teilnehmer ausgehändigt.)
Retourfahrt: Pilatus Kulm 16:45 - Alpnachstad 17:35
SBB: Alpnachstad 17:30 - Bahnhof Luzern 17:52
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Variante B: Schlecht-Wetterprogramm: Pilatus Fuss - Alpnacher See
Treffpunkt: 10:30 Uhr Naturheilpraxis Littau. Die Naturheilpraxis ist nicht weit entfernt vom Bahnhof Littau (Verbindung SBB: S6 (Luzern) Bahnhof Luzern 10:15 - Bahnhof Littau 10:20.) Ich werde euch am Bahnhof Littau abholen.
Programm: In der Naturheilpraxis gibt es eine theoretische Einführung. Danach gehen wir mit dem PW zum Alpnacher See (u.A. Steinbruch Rotzloch). Wir besuchen verschiedene Aufschlüsse rund um den Pilatus, wo wir die gleiche Stratigraphie antreffen wie bei der Variante A.
Retour nach Naturheilpraxis/Bahnhof Littau um 18:00 Uhr.
Für beide Variante:
- Unbedingt gute Wanderschuhe mitnehmen!
- Bitte nehmt wieder euer Picknick und was ihr halt so braucht für eine Wanderung mit.
- Warme Kleider
- Literatur wird ausgehändigt.