Die Lochseitenkalk und die Glarner Überschiebung

Blick auf die Glarner-Überschiebung (Foto von Exkursion am 19. Mai 2008). Die letzte Überschiebung passierte entlang das Linie (Höhe des Brillen von Mann rechts). Das “Lochsiten-Kalk” (eigentlich Mylonite-Marmor) ist das etwas 20 cm helle Schicht unmittlebar oberhalb die Linie. Ganz oben: Verrucano (ca. 280 millionen Jahre alt), unten: verfaltete Wildflysch (Eozän, 35 millionen Jahre alt). Die Überschiebung selber ist ungenau datiert, sie ist sicher mehrfach über den Alpinen Orogen (25-7 m.a) aktiv gewesen.
Seit 08. Juli 2008 ist die Glarner Hauptüberschiebung auf Unesco-Liste des Weltnaturerbes!
Als Tektonikarena Sardona wurde die Glarner Hauptüberschiebung im Juli 2008 von der UNESCO zusammen mit einem 32.850 Hektar grossen Gebiet in das Weltnaturerbe aufgenommen. Zum Welterbegebiet gehören sieben Dreitausender, darunter der namensgebende Piz Sardona und der Ringelspitz, sowie der Pizol. Die Arena erstreckt sich über mehrheitlich hochalpine Landschaft auf dem Gebiet von 19 Gemeinden zwischen Vorderrheintal, Linthtal und Walensee. Im März 2008 wurde die Kandidatur auf Empfehlung der IUCN auf die Bedeutung des Gebietes für Gebirgsbildungsprozesse und für das Verständnis der Plattentektonik erweitert.
Der am leichtesten zugängliche Aufschluss der Glarner Überschiebung befindet sich in der Nähe des Dorfs Sool im Kanton Glarus. Hier, in der Gegend “Lochsite” kann man die Überschiebungsfläche selber genau betrachten. (Lochsiten oder Lochseite stammt aus dem einstigen Flurnamen ‘Luchsete’ oder ‘Luchsite’ was “Schlupfwinkel für Luchse” bedeutet.). Wie sind Berge übereinander “gerutscht”? In den Wörten von Adrian Pfiffner (Co-Initiant der Weltnaturerbes “Tektonikarena Sardona” mit David Imper) und Regula Gesemann:
“Der Mecahnismus der Bewegung an der Glarner Hauptüberschiebung ist auch heute nicht restlos geklärt. Wie konnten die etwa 3 Kilometer mächtigen, 50 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten helvetischen Decken mitsamt ihrem Rucksack von penninischen und ostalpinen Decken über eine Distanz von 35 Kilometern verfrachtet werden? Die ein bis zwei Meter dicke Schicht des Lochsitenkalks bildete die Gleitschicht; sie enthält aber noch einige Rätsel, die den Forschern nach wie vor Kopfzerbrechen bereiten.” (Aus der Platform Geosciences Actuel 3/2008, S. 42)
Wir schauen die Überschiebungsfläche genau an und diskutieren die gängigen Theorien (siehe “Hintergrund Info” ).
- Ziel: Die Helvetischen Decken, Glarner Überschiebung, Erdbewegung
- Start/Anfahrt: Bahnhof Ziegelbrücke (SBB Abfahrt Zürich HB: 10:10 Uhr, Ankunft Ziegelbrücke 11:08 Uhr)
- Exkursionsart: Mit ÖV und Minibus
- Ende / Rückfahrt: Bahnhof Ziegelbrücke
- Dauer: 11:00-17:00 Uhr
- Route: Ziegelbrücke- Glarus-Sool-Lochseite-Elm-Glarus-Ziegelbrücke
- Stratigraphie:
- Helvetische Kalksteine (Hevetische Decke)
- Wildflysch, Sardonaflysch (Elm)
- Molasse
- Quartär Bergsturze, Holocene Stausee
- Tektonik: Deckentektonik
- Hydrogeologie: Bergsturz- und Gletscherdynamik
- Diverses: Kulturhistorische abstecker möglich!
- Verpflegung: Aus dem Rucksack
- Kosten: Fr. 50.00 pro Teilnehmer (Kinder unter 18 Jahre und IV-Bezüger Fr. 20.-). Für Gruppen oder Schulklassen bitte fragen.
- Ausrüstung: Wetterentsprechende Kleidung, gute Schuhe, Sonnenschutz, Picknick
- Karten:
- Literatur:
- Anmeldung: Hier klicken!
- Noch Fragen? Telefon 079 285 62 42.